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Gruner

Baron Adelbert Gruner (Illustration von Howard K. Elcock)

Baron Adelbert Gruner ist Sherlock Holmes' charismatischer Gegenspieler im Fall Der illustre Klient.

Er ist ein Mann mittleren Alters aus altem, österreichischem Adel. Baron Gruner verfügt über blendendes Aussehen, bestes Auftreten und hervorragende Manieren. So kennt ihn die Gesellschaft offiziell. Aber Holmes weiß, dass der Baron noch eine andere, dunkle Seite hat: Er nennt ihn den "österreichischen Mörder". Das beruht auf einem "Unfall", welcher sich am Splügenpass zugetragen hat. Dabei kam Gruners erste Gattin zu Tode. Jedenfalls behauptet der aalglatte Adlige, es handle sich um einen Unfall. Leider starb ein junger Schäfer, welcher sich als Zeuge mit der Behauptung des Gegenteils meldete, kurz vor der Verhandlung unter mysteriösen Umständen. Dies, sowie einige juristische Kunstgriffe seines Anwalts, verhalfen Gruner dazu, den Gerichtssaal als freier Mann zu verlassen. Nun ist er also nach London gezogen. Hier bewohnt er das Herrenhaus Vernon Lodge. Dazu pflegt er einige recht kostspielige Hobbies. So züchtet er Polopferde und spielt selbst gerne Polo. Dazu ist er ein leidenschaftlicher Sammler von Briefmarken, Gemälden und antikem, chinesischem Porzellan. Für letzteres Gebiet gilt er sogar als international anerkannte Authorität. Er hat ein vielbeachtetes Buch darüber geschrieben. Es ist allerdings nicht klar, welchem Beruf Gruner nachgeht. Der Gauner scheint sein Leben aus dem reichen Erbe seiner verstorbenen Gattin zu finanzieren. Außerdem erfährt Holmes, dass der Baron schon einmal verheiratet war. Auch seine erste Gattin kam bei einem rätselhaften Unfall zu Tode. Und auch von ihr erbte Gruner ein Vermögen. Allerdings sind diese Geldmittel zwischenzeitlich doch zur Neige gegangen. Dem Baron käme eine neuerliche, reiche Heirat also durchaus gelegen. Und genau das ist das Problem für Holmes' illustren Klienten: Baron Gruner hat während einer Yachtreise im Mittelmeer die überaus attraktive und kluge, aber noch lebensunerfahrene Lady Violet de Merville kennengelernt. Die beiden sind mittlerweile ein Liebespaar und wollen heiraten. Violet weiß sogar von den Untaten, welche man ihrem Verlobten vorwirft. Sie denkt jedoch, dass das alles gemeine Intrigen gegen ihre große Liebe sind.

Holmes findet alsbald heraus, dass der Baron auch ein Meister der posthypnotischen Kontrolle und Manipulation ist. Damit hat er Macht über die junge Lady gewonnen. Und der Baron macht keinen Hehl daraus, vor nichts zurückzuschrecken, um seine Ziele zu erreichen. So droht er Holmes das Schicksal des Agenten Le Brun an, welches dem Meisterdetektiv durchaus bekannt ist. Als er dennoch weiter gegen Gruner vorgehen will, wird Holmes vor dem Café Royal von zwei Handlangern des Barons zusammengeschlagen. Zunächst denkt der Baron, sein Anschlag habe Erfolg gehabt. Denn man liest in den Zeitungen in den nächsten Tagen, dass es Holmes sehr schlecht gehe. Man fürchte sogar um sein Leben. Der Baron weiß jedoch nicht, dass Holmes diese Berichte mit Dr. Watsons Hilfe selbst lancieren hat lassen. Er will den Schurken damit in Sicherheit wiegen. Holmes hat nämlich inzwischen Kitty Winter, eine frühere Geliebte des Barons, kennengelernt Ihr Leben wurde von Gruner ruiniert. Und nun will sie sich an ihm rächen. Sie will Holmes helfen, ein Tagebuch aus Gruners Besitz in die Hand zu bekommen. Dieses Tagebuch listet die zahlreichen Liebschaften des Barons auf. Es ist, wie Miss Winter erklärt, eine "Sammlung von Frauen". Außerdem weiß sie, wie sie erklärt, so einiges über die krummen Geschäfte dieses sauberen Herren. Und das betrifft nicht nur die Angelegenheiten, welche in den Medien bekannt geworden sind, sondern auch noch einige andere Fälle. Zunächst muss jedoch Lady Violet aus Gruners Fängen befreit werden. Holmes bittet deshalb seinen Informanten Shinwell Johnson, das Buch aus Gruners Haus zu holen. Der Baron selbst wird durch Dr. Watson abgelenkt. Dieser hat sich auf Bitten von Holmes in die Thematik Chinesisches Porzellan eingelesen. Er soll unter dem Namen Dr. Barton als Verkäufer einer wertvollen Sammlung desselben auftreten. Eine wertvolle Porzellanschale wurde von Sir James Damery zur Verfügung gestellt. Der Baron durchschaut jedoch mittels Fangfragen die Scharade. Er errät sogar richtig, Dr. Watson, Sherlock Holmes' Freund und Kollegen, vor sich zu haben.

Aber da ist es für den Gauner bereits zu spät. Holmes hat mit Hilfe von Shinwell Johnson und Kitty Winter das Tagebuch bereits an sich gebracht und setzt damit zur Flucht an. Gruner will ihm nachsetzen, was Dr. Watson zunächst nicht verhindern kann. Plötzlich taumelt der Baron jedoch schreiend zurück. Er schlägt die Hände vors Gesicht und windet sich alsbald unter Schmerzensschreien auf dem Boden. Als erfahrener Arzt erkennt Dr. Watson sofort und zu seinem großen Entsetzen, was passiert ist: Kitty Winter hat ihren privaten Rachefeldzug gegen den Baron ohne Wissen von Holmes mit dessen Suche nach dem Tagebuch verbunden. Sie verbarg eine Flasche Schwefelsäure in ihrem Gewand, um sie unbemerkt nach Vernon Lodge zu bringen. Den Inhalt dieser Flasche hat sie Baron Gruner über das Gesicht geschüttet. Dr. Watson ordert bei dem durch den Lärm herbeigerufenen Butler soviel Wasser, wie dieser nur auftreiben könne. Und schnell muss es gehen! Denn er weiß, jetzt geht es für das Leben des Barons um jede Sekunde. Schließlich kann der erfahrene Arzt die Säure mit reichlich Wasser so weit verdünnen, dass für seinen Patienten keine Lebensgefahr mehr besteht. Wäre ihm das nicht gelungen, hätte sich die Säure samt ihrer Dämpfe in die Lunge ausgebreitet. Das hätte für Gruner den qualvollen Erstickungstod bedeutet. Aber sein einst so schönes Gesicht ist auf ewig zu einer monsterähnlichen Fratze entstellt. Außerdem sind seine Augen zerstört. Er wird auf ewig blind bleiben. Der Baron verzichtet jedoch zum Dank für Dr. Watsons Hilfe auf eine Anzeige gegen ihn. Außerdem kommt es zu keiner Hochzeit mit Lady Violet, da Holmes das Tagebuch des Barons an Sir James übergeben kann.

Gruner im Film Bearbeiten

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