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Milverton (Illustration von Sidney Paget)

Charles Augustus Milverton ist eine Figur der gleichnamigen Kanon-Erzählung.

Milverton ist Makler und hat seine Kanzlei in Appledore Towers in Hampstead.

Sherlock Holmes bezeichnet ihn als den übelsten Menschen von London und den König aller Erpresser.

Empfinden Sie ein Grausen und Schaudern, Watson, wenn Sie im Zoo vor den Reptilien stehen und diese schlüpfrigen, gleitenden, giftigen Wesen mit ihren tödlichen Augen und bösen platten Gesichtern betrachten? Nun, so ergeht es mir bei Milverton. Ich hatte in meiner Karriere schon mit fünfzig Mördern zu tun, aber selbst der schlimmste von ihnen hat mir keinen solchen Widerwillen eingeflöst wie dieser Kerl.

So die ungewöhnlich emotionale Beschreibung Holmes'.

Milverton verdient sein Geld mit Erpressung und sucht ständig nach Briefen, die Leute von Reichtum oder Rang kompromitieren könnten. Dafür bietet er viel Geld, so dass unterbezahlte und ungerecht behandelte Diener und Hausmädchen einen Anreiz haben, ihre Herrschaft zu hintergehen.

Milverton besucht Holmes in der Baker Street nachdem dieser von Lady Eva Brackwell engagiert wurde, sie vor Milvertons Nachstellungen zu bewahren.

Dr. Watson beschreibt Milverton folgendermaßen:

Charles Augustus Milverton war fünfzig Jahre alt, hatte einen großen klugen Kopf, ein rundes, plumpes und unbehaartes Gesicht, ein immerwährendes erfrorenes Lächeln und zwei scharfe graue Augen, die hell hinter seiner breiten Goldrandbrille hervorleuchteten ...
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Milverton weiß sich zu verteidigen (Illustration von Sidney Paget)

Holmes bietet Milverton 2000 Pfund als Maximum für eine Handvoll Briefe, die Lady Eva einst einem mittellosen jungen Gutsherren schrieb, und die laut Milverton äußerst temperamentvoll seien. Doch Milverton besteht auf die von ihm geforderte, weitaus höhere Summe. Holmes versucht mit Watsons Hilfe Milverton zu überwältigen, um ihm die möglicherweise in seinem Notizbuch befindlichen Briefe abzunehmen, doch dieser reagiert blitzschnell und präsentiert einen Revolver, den er bei sich hat. Er spottet über Holmes' irrige Annahme, er würde die wertvollen Briefe bei sich tragen und verabschiedet sich.

Holmes sieht keinen anderen Ausweg, diesen Verbrecher mit einem Verbrechen zu besiegen: er plant, in Milvertons Haus einzubrechen. In Vorbereitung dessen bändelt Holmes, als Klempner getarnt, mit Milvertons Hausmädchen Agatha an, die ihn mit Informationen über das Haus und Milvertons Gewohheiten versorgt. Am Abend vor dem Lady Eva gestellten Ultimatum wagen Holmes und Watson die Tat. Bevor sie die Briefe aus dem Safe nehmen können, taucht Milverton jedoch in seinem Arbeitszimmer auf. Gerade noch rechtzeitig können sich die Einbrecher hinter einem Vorhang verstecken und werden so Zeugen, wie Milverton nächtlichen Besuch erhält.

Offenbar erwartet er eine Angestellte der Gräfin d'Albert, die sein nächstes Opfer werden soll. Die Besucherin ist jedoch ein ehemaliges Erpressungsopfer, dessen Leben Milverton bereits zerstört hat. Die Unbekannte zieht einen Revolver und feuert mehrere Schüsse auf ihren Peiniger ab. Als er tot auf dem Boden liegt, zermalt sie ihm mit ihrem Schuhabsatz das Gesicht und verschwindet.

Holmes und Watson können vor Eintreffen der Polizei mit Lady Evas Briefen verschwinden.

Als am nächsten Tag Inspektor Lestrade Holmes um Mithilfe bei der Suche nach Milvertons Mörder bittet, verweigert ihm Holmes diese Bitte, da er davon überzeugt ist, Milverton hätte seine gerechte Strafe erhalten.

Milverton im Film Bearbeiten

Anmerkung Bearbeiten

Arthur Conan Doyle orientierte sich bei der Figur des Milverton an Charles Augustus Howell, einem Kunsthändler, der mit Erpressung von sich reden machte und 1890 ermordet wurde.