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Der entwendete Brief (The purloined letter) ist eine Kurzgeschichte des US-amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe.

Sie ist die dritte von drei Kurzgeschichten, die sich um den deduktiv analysierenden Krimihelden C. Auguste Dupin drehen.

Inhalt Bearbeiten

Dupin wird vom Pariser Polizeipräfekten um Hilfe bei der Suche nach einem Brief gebeten, der einer adligen Dame in erpresserischer Absicht gestohlen wurde. Der Täter ist zwar bekannt, trotzdem kann er nicht verhaftet werden, da eine Veröffentlichung oder Vernichtung des Dokuments großen Schaden anrichten würde. Eine Hausdurchsuchung der Polizei bleibt ohne Erfolg. Dupin kommt durch eine Charakteranalyse des Täters zu dem sich als korrekt erweisenden Schluss, dass der Brief nicht etwa aufwendig versteckt ist, sondern offen in einer Ablage liegt und gerade deswegen übersehen wurde.

Bedeutung Bearbeiten

Poe selbst hielt sie für eine seiner besten Geschichten. Sie wurde oft nachgedruckt, erstmals in gekürzter Form in der Zeitschrift Chambers' Edinburgh Journal im November 1844. Die erste Übersetzung erschien 1845 unter dem Titel Une lettre volée in der Zeitschrift Magasin pittoresque.

Die Geschichte war Gegenstand eines umfangreichen Briefwechsels zwischen dem Psychoanalytiker Jacques Lacan und dem Philosophen Jacques Derrida.

In dem Sherlock Holmes-Film Die Geheimwaffe erwähnt Holmes die Erzählung und kommentiert, dass ein offensichtliches Versteck oft das beste ist.