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Wappen london

Londoner Wappen

London ist die Hauptstadt Englands und des Vereinigten Königreiches.

Es liegt in Südostengland an den Ufern der Themse. Heute leben etwa 8 Millionen Menschen in dieser Metropole, die eines der wichtigsten Kultur-, Finanz- und Handelszentren der Welt ist.

London zur Viktorianischen Zeit:Bearbeiten

Zur Zeit Queen Victorias war die Hauptstadt des britischen Weltreiche von sehr starken Kontrasten geprägt. In England begann die als "Industrielle Revolution" bekannte Umstellung vom landwirtschaftlichen in den industriellen Arbeitssektor. Dabei war gerade in England allerdings auch deren Auswirkung höchst zweigeteilt, denn es profitierte von ihr wie es auch unter ihr litt.

Die Lage der Einwohner:Bearbeiten

So existierten in London Gegenden, in denen der Fortschritt längst Einzug gehalten hatte neben schrecklich überfüllten Slums, deren Einwohner unter katastrophalsten Bedingungen leben mussten. Doch die gewaltige wirtschaftliche Expansion war besonders für die Lebensbedingungen unter den Armen in London entsetzlich. Die Bevölkerung der Stadt versechsfachte sich in einem Jahrhundert von etwa 1 Millionen auf über 6 Millionen Einwohner. Nach der London Biographie von Peter Ackroyd, “starb alle acht Minuten ein Mensch im London dieser Tage, alle fünf Minuten wurde dagegen ein Kind geboren.” Auch die Zahl der Einwanderer war immens: 1840 hatten 17 Prozent aller Londoner ein Migrationshintergrund 1850 lebten hier mehr Iren als in Dublin und mehr Katholiken als in Rom. Russen und Polen lebten hier ebenso wie die Chinesen, die ein eigenes Viertel in Soho hatten. Dabei konnten allerdings nur die wirtschaftlich gut gestellten Wohngebiete tatsächlich diese Bevölkerungsexplosion verkraften.

In de
Regentstreet
n noblen Gegenden herrschte das romantische Bild der Epoche vor, mit Herrschaften die sich bedienen ließen und Kindern die streng erzogen wurden, aber behütet aufwuchsen. Doch selbst auf diesen Straßen häuften sich die Hinterlassenschaften der Tausenden von Pferden, welche die Straßenfeger niemals rechtzeitig wegschaffen konnten. Diese Straßen wie die Regent Street oder die Oxford Street dehnten sich im Westen immer weiter aus. Dafür entstanden im Osten der Stadt rund um die neuen Docks riesige Elendsquartiere. Wer in diesen Slums
Streets of london 2
geboren wurde konnte von dort nichtmehr entkommen. Kinder wurden bereits im Alter von nur fünf Jahren oft als Bettler oder Schornsteinfegen eingesetzt. Sie endeten nicht selten als einfache Arbeiter oder auf der Strasse, wo die Frauen ihren Körper verkaufen mussten um ihre Familien (in denen die Kindersterblichkeit enorm hoch war) zu versorgen und die Männer sehr häufig dem Suff verfielen und / oder kriminell wurden. Die Straßen waren hier erfüllt von Betrunkenen, Obdachlose, Taschendieben, Prostituierten und Vagabunden. In den Romanen von Charles Dickens (vor allem in "Oliver Twist") erfuhr die gebildete Klassen von der unglaublichen Not der Armen. Im Jahr 1870 folgte die Verabschiedung von Gesetzen im Bereich der Schulpflicht, so dass alle Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren endlich eine normale Bildung erfuhren.

Gesetz und Polizei:Bearbeiten

Bobby

Bobby in London

In den Labyrinthen der Gassen und Straßen des Eastends blühte das Verbrechen. 1829 gründete der Innenminister Sir Robert Peel darum die Metropolitan Police um für Recht und Ordnung in Gebieten außerhalb der eigentlichen Stadt (die ihre eigenen Polizeikräfte hatte) zu sorgen und deren Zentrale Scotland Yard genannt wurde. Diese Polizisten wurde als nach ihrem Gründer "Peelers" oder später "Bobbies" genannt.

1888 hatten sie es mit dem Mörder Jack the Ripper zu tun, einer bis heute ungelösten Mordserie im Eastend. Damals gab es für jedes Vergehen sehr strenge Strafen bis hin zum Exil oder der Todesstrafe bei schlimmeren Vergehen. In den Gefängnissen wurden die Insassen auch zusätzlich zu ihrer Strafe immer wieder ausgepeitscht.

UmweltproblemeBearbeiten

In den Elendsgebieten herrschte zudem ein permanter schwerer Gestank aus schlechten Kohleöfen und den Folgen der misserabelsten sanitären Einrichtungen. Peter Ackroyd schrieb in seiner Biographie von London "Falls ein Mensch des späten 20. Jahrhunderts sich plötzlich in einem Pub oder einem Haus der viktorianischen Zeit wiederfinden würde, er wäre wortwörtlich krank - krank durch den Gestank, krank vom Essen, krank durch die gesamte Atmosp
Stink

Karikatur der Great Stink

häre dort."

Immense Mengen von Abwasser wurden dabei direkt in die Themse eingeleitet und entlang der Ufer türmten sich die Unratberge, bis sie von den Tiden des Flußes ins Meer gespült wurden. Erst als 1858 mit der Gestank der Themse während der "Great Stink" unerträglich wurde, unternahm das Parlament etwas. Es war einem Ingenieur namens Joseph Bazalgette zu verdanken, dass die Hauptstadt der größten Kolonialmacht ab 1857 ihr unterirdisches, über 2100 km Abwassersystem bekam, um die Abwässer wenn schon nicht zu klären, dann doch wenigstens aus der Stadt zu schaffen. Allein dadurch sank die Sterblichkeit durch Krankheiten wie Ruhr oder Cholera.

Architektur:Bearbeiten

Buckimham Palace
Das London dieser Tage war eine einzige Baustelle. Der berühmte Architekt John Nash gestaltete die breiten, für die Zukunft des Massenverkehrs gerüsteten Straßen des Piccadilly Circus, der Regent Street, Carlton House Terrace, oder des Oxford Circus an. Ebenfalls ist ihm der Palast der königlichen Familie Buckingham Palace zu verdanken, dem Sitz der königlichen Familie bei ihren Auffenthalten in der Hauptstadt.

Weltaustellung:Bearbeiten

Prinz Albert, Gemahl von Queen Victoria holte 1851 die erste große Weltausstellung in die Stadt Sie wurde im Hyde Park abgehalten und hatte den von Joseph Paxton entwickelten
Crystal Palace

Crystal Palace

"Crystal Palace" als Kernstück. Die Ausstellung war mit über 200.000 Besuchern ein großer Erfolg und wurde ein wichtiger Moment dieser Epoche, da England sich als starke Industrienation zeigen konnte. Nach der Veranstaltung wurde der Crystal Palace abgerissen und nach Süd-London gebracht, wo er 1936 verbrannte.

Verkehr:Bearbeiten

Die Straßen
Strets of london
Londons waren stests überfüllt von Fahrzeugen, wobei die von Pferden gezogenen Kutschen überwogen. Bei einer Verkehrszählung wurden 1850 zwischen Cheapside und der London Bridge bereits 1000 Fahrzeuge pro Stunde gezählt. All dies sammelte sich zu einem Durcheinander an, das unbedingt entfernt werden musste. Bei nassem Wetter wurde Stroh ausgeworfen, um das Einsinken der Kutschen zu verhindern. 1832 wurden pferdegezogene Omnibusse eingeführt, die um 1900 bereits eine halbe Million Menschen im Jahr transportierten.

Der erste Teil des 19. Jahrhunderts war allerdings auch das goldene Zeitalter der Dampfmaschinen. Diese wurden nicht nur in der Industrie, sondern auch für diverse Transportmöglichkeiten eingesetzt. Die erste Eisenbahn fuhr zwar in Wales, aber in London wurde 1836 eine Strecke von der London Bridge nach Greenwich gebaut und ein großer Eisenbahn-Boom folgte. Wichtige Stationen waren bei Euston (1837), Paddington (1838), Fenchurch Street (1841), Waterloo (1848) und King's Cross (1850) gebaut.

1863 wurde die erste U-Bahn von Paddington zur Farringdon Road gebaut. Da das Projekt erfolgreich war, folgten auch andere Linien.

London im Kanon:Bearbeiten

Als Wohnsitz von
Sherlock Holmes statue, London 24 jpg

Sherlock Holmes Denkmal in London

Holmes und Watson in der Baker Street 221 b ist die britische Metropole der wichtigste Ort im gesamten Kanon. Von den 60 Fällen handeln etliche ausschließlich hier und bis auf wenige beginnen auch sämtliche Fälle und Romane in dieser Stadt.

In Die Liga der Rotschöpfe erklärt Holmes, dass es eines seiner Hobbys sei, London besonders gut zu kennen. Dies beweist er in Das Zeichen der Vier, als er während einer Kutschfahrt die Straßen erkennt, durch die sie fahren.

Arthur Conan Doyle veröffentlichte seine 56 Kurzgschichten und vier Romane in London zwischen 1887 und 1927. Er selbst schrieb seine ersten Romane, die man beinahe exakt au
800px-Arthur Conan Doyle house
f dem Stadtplan verfolgen kann, übrigens noch bevor er in die Hauptstadt zog. Erst seit 1891 lebte er mit seiner Frau hier und versuchte sich recht erfolglos als Augenarzt. Seine Wohnung am Montague Place liegt übrigens in unmittelbarer Nachbarschaft zu den erdichteten ersten Praxisräumen von Dr. Watson. 1891 zog er in den feineren Vorort Norwood um, wo er bis 1894 in der Tennison Road 12 lebte.

Interne Links Bearbeiten

In der Kategorie: London sind verschiedenste Handlungsorte innerhalb Londons aufgelistet, die im Kanon und den Pastiches auftauchen.

Externe Links:Bearbeiten

Literatur:Bearbeiten

Ackroyd, Peter: London: The Biography. London, 2001.

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