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Morphium

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Morphium oder auch Morphin genannt ist ein Alkaloid des Opiums und zählt somit zu den Opiaten. Es wird aus dem getrockneten Milchsaft der Samenkapseln des Schlafmohns gewonnen. Seit dem Altertum zählt Opium zu den Schmerzmittel, wie auch den gefährlichen Drogen.
1804 gelang dem deutschen Apotheker Friedrich Wilhelm Adam Sertürner die Isolation des Morphiums. Seinen Namen erhielt das Mittel von Morpheus, dem griechischen Gott des Schlafes und der Träume, und verweist damit auf seine Wirkung als schnell wirkendes und linderndes Schmerzmittel. Morphium ist in der Folgezeit eines der am häufigsten - und vermutlich auch am leichtfertigsten - verordneten Medikamente. Während des Amerikanischen Sezessionskrieges (1861-1865) kommt es zur Versorgung der Verwundeten das Erstemal in großem Umfang in Gebrauch. Viele der behandelten Soldaten kehrten danach als Süchtige heim.
Die Aufnahme von Morphium in den menschlichen Organismus kann auf unterschiedlichste Art und Weise erfolgen. Mit der Erfindung der Injektionsspritze 1853 gelangte Morphium nun auf schnellstem Weg intravenös in den menschlichen Körper und zu effizientester Wirkung, was sowohl die Schmerzlinderung wie den Kick für den Abhängigen betraf.

Morphium und Sherlock HolmesBearbeiten

Auch wenn es uns Lesern nicht gefällt, aber Sherlock Holmes war sowohl Konsument von Morphium wie von Kokain und beides war ein anhaltender Streitpunkt zwischen ihm und Dr. Watson. Wo und wie Holmes Morphiumkonsum begann, wird von Arthur Conan Doyle offengelassen. Dass Dr. Watson als Arzt, der um die Nebenwirkungen weiß, von dieser Marotte seines Freundes wenig begeistert ist wird in einigen Passagen angedeutet und in einer klassischen Szene offen ausgesprochen:


David burke 2.jpg

"...Doch an jenem Nachmittag, ob es nun der gute Rotwein war, den ich zum Lunch genossen hatte, oder ob mich die übertriebene Gelassenheit, mit der er sich gab, zusätzlich empörte, konnte ich es plötzlich nicht länger ertragen.

"Was ist heute dran", fragte ich, "Morphium oder Kokain?"

Langsam sah er von dem alten, in Fraktur gedruckten Buch auf, das er aufgeschlagen hatte.

"Kokain ist heute dran", sagte er, "eine siebenprozentige Lösung. Wollen Sie es mal probieren?"

"Nein auf keinen Fall.", antwortete ich brüsk..."

"...Aber überlegen Sie doch!" sagte ich ernst. "Überschlagen Sie die Kosten! Ihr Gehirn kann, wie Sie sagen, dadurch aufgeputscht werden, aber es ist ein pathologischer Prozeß, der zu Veränderungen im Zellgewebe führt und zumindest eine dauernde Schwäche hinterlassen kann. Sie wissen ja auch was Sie für eine schwarze Phase als Reaktion danach durchmachen. Die Sache lohnt sich wirklich nicht. Warum sollten Sie wegen eines flüchtigen Vergnügens den Verlust der großen Geisteskräfte riskieren, mit denen Sie ausgestattet sind?..."

Brett 02.jpg

Holmes gibt seinem Freund auch prompt die Antwort:

"...Mein Geist kann Stillstand nicht ertragen", sagte er. " Wenn er stagniert, wird er rebellisch. Geben Sie mir Probleme, geben Sie mir Arbeit, geben sie mir den unverständlichsten Geheimtext oder die komplizierteste Analyse, und ich bin in meinem Element, fühle mich wohl und kann dann auf künstliche Reizmittel verzichten. Aber ich verabscheue es, in eintöniger Routine dahinzuleben. Ich brauche geistigen Höhenflug. Darum habe ich mir auch einen besonderen Beruf gewählt..." (Das Zeichen der Vier, Anfang des 1. Kapitel)

Dass Holmes allein wegen seines sonst rebellierenden Geistes nicht auf Morphium und Kokain verzichten wollte kann nur die halbe Wahrheit sein. Nehmen wir die unschlagbare Logik hinzu - er ist ihr nie aus dem Weg gegangen - und addieren eins und eins zusammen, dann müssen wir uns eingestehen, dass Holmes abhängig war, denn auch bei einem Menschen seiner Energie und seiner Willenskraft macht die Wirkung einer Droge keine Ausnahme. Dass sein Konsum über längere Strecken recht intensiv war sagt uns Watson ohne Umschweife im "Zeichen der Vier", wenn er seinen Freund seit Monaten mit wachsendem Unbehagen dabei beobachtet, wie sich dieser dreimal täglich die kleine Entspannung verschafft, ohne die er Letargie nicht ertragen kann. Der zerstochene Unterarm spricht Bände.

Zu einem späteren Zeitpunkt scheint es Watson allerdings gelungen zu sein Holmes von der medizinischen Notwendigkeit eines Endes mit Schrecken - der bleibt bei einem Entzug nicht aus - überzeugt zu haben, denn weder finden sich in späteren Geschichten ähnliche Wutanfälle des Freundes, noch verschlechtert sich Holmes Gesundheitszustand. Letzteres wäre bei fortgesetztem Konsum unausweichlich.

Morphium im PasticheBearbeiten

In Die Militärkonferenz wird der Morphiumkonsum von Sherlock Holmes in der Abschlußszene thematisiert. Dr. Watson verkneift es sich, Holmes zu fragen, ob es sich um Kokain oder Morphium handelt, da die Symptome offensichtlich sind.

Miss Morstan 21:21, 4. Mär. 2010 (UTC)

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